​Geschichte und Gegenwart ​​​​von ISOTYPE 

Galerie der Sammler/innen





Die Ausstellung »Geschichte und Gegenwart von ISOTYPE« zeigt die Arbeit von Otto Neurath (einem der herausragenden Intellektuellen des Roten Wien) und seinem Team, die heute noch von großer Bedeutung ist. 

Otto Neurath gründete 1925 das Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum in Wien, wo er gemeinsam mit einem Team von Mitarbeiter/innen die »Wiener Methode der Bildstatistik« entwickelte. Mit aus »sprechenden Zeichen« (Piktogrammen) bestehenden Mengenbildern sollten einer breiten Öffentlichkeit soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge anschaulich präsentiert werden. Dabei fanden auch die Leistungen der Stadt Wien – in Gesundheit, Erziehung oder Wohnbau – ihren Niederschlag.

Doch die Wiener Methode sollte nicht nur in Wien, sondern, unabhängig von der Sprache, international funktionieren und zur Kommunikation zwischen Völkern und Nationen beitragen. »Worte trennen – Bilder verbin­den« war eines der von Neurath oft verwendeten Schlagworte.

Das Kernteam des Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums musste 1934 aus Wien fliehen. Vor allem in Den Haag und in Oxford baute es seine Arbeit weiter aus – die Methode hieß nun ISOTYPE. Nach Otto Neuraths Tod im Dezember 1945 übernahm seine Frau Marie Neurath das ISOTYPE Institute. Sie realisierte Projekte in Afrika und publizierte populärwissenschaftliche Kinderbücher. Bis heute ist das Erbe der Bild­spra­che – etwa in der Infografik – präsent.
 
In der Ausstellung werden Teile der Sammlung des Österreichischen Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums gezeigt. Bildstatistiken, Broschüren, Fotos, sowie der Atlas »Gesellschaft und Wirtschaft«, der den Höhepunkt des Schaffens des damaligen Teams, Otto Neurath, Marie Reidemeister (später Neurath) und Gerd Arntz darstellt. Ergänzt wird die Ausstellung durch Original-Tafeln aus der Zwischenkriegszeit (Leihgaben des Instituts Wiener Kreis). 

Gruppenführung (1,5 h)
Der hausinterne Historiker und Otto Neurath-Experte Gerhard Halusa führt individuell, je nach Interessensschwerpunkt, durch die Ausstellung.

Diese Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Wien Museum. wienmuseum.at 


​News​


Dank Social Media verbreitete sich die Nachricht über die neue Ausstellung »Geschichte und Gegenwart von ISOTYPE« quer über den ganzen Planeten bis in die USA. Zwei Universitäten wurden auf das Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum aufmerksam:

Suny, USA
​Einige Studierende des Lehrgangs »Grafikdesign« aus Suny, USA haben sich im Rahmen ihres Studiums mit der Arbeit von Marie Neurath auseinandergesetzt. Das anschauliche Ergebnis sind animierte Seiten aus den Kinderbüchern Marie Neuraths. 
Weiter zu den animierten Kurzfilmen.​​

Binghamton University, New York 
Dank Gernot Waldner, dem Kurator der Ausstellung »Geschichte und Gegenwart von ISOTYPE«, kam es zu einer einzigartigen Abendveranstaltung mit einer Live-Übertragung aus NY. Gökhan Ersan, Professor an der Binghamton University, New York, und sein Team stellten aktuelle Anwendungen von ISOTYPE vor. Was als Wiener Methode der Bildstatistik begann, wird heute im Bereich der MINT-Ausbildung und zur Visualisierung von Nobelpreis prämierter Forschung verwendet. Gemeinsam mit Kevin Lahoda präsentierte das Team animierte Sozialstatistiken, die an Otto Neuraths Grafiken aus der Wiener Zeit anknüpfen. Sie verdeutlichen die pädagogische Effizienz, mit der auch im 21. Jahrundert mit ISOTYPE kommuniziert werden kann. Neben Studierenden nahm auch der Materialforscher Louis Piper an dieser Veranstaltung teil. 


Galerie der Sammler/innen

Die Ausstellung »Geschichte und Gegenwart von ISOTYPE« findet im Rahmen der »Galerie der Sammler/innen« statt. Diese bietet Privatsammler/innen ein öffentliches Ausstellungsforum indem sie ihre eigenen Sammlungen einem interessierten Publikum vorstellen können. Die Sammler/innen gestalten mit organisatorischer, wissenschaftlicher und grafischer Unterstützung durch Fachkräfte des Museums ihre eigene Ausstellung. Umrahmt werden diese Ausstellungen durch ein Programm, das Fachvorträge, Diskussionen und Lesungen beinhaltet.

Leitung: ​Mag. Gerhard Halusa
​+43 1 545 25 51-21​
gerhard.halusa@oegwm.ac.at